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Vor einigen Jahren, es waren bestimmt zwei oder drei, habe ich einen Bericht von einem 14jährigen Mädchen gelesen, dass vermutlich Opfer von k.o. Tropfen geworden ist. Am helllichten Nachmittag auf einem Straßenfest in ihrer Heimatstadt. Sie hatte sich hier nur mit ihren Freundinnen getroffen und eine Cola getrunken. Stunden später kam sie in einem Gebüsch wieder zu sich, die Klamotten zerrissen.

Vermutlich waren es k.o. Tropfen, mit Sicherheit konnte man das nicht mehr nachweisen.

Denn k.o. Tropfen sind nur kurz im Blut oder Urin nachweisbar. Hinzu kommt die Scham der Opfer.

Die Schilderung des Mädchens geht mir seitdem nicht mehr aus meinen Kopf und mein  Mamaherz zieht sich bei dem Gedanken zusammen. 

Meine große Tochter befindet sich gerade im Anfangsstadium der Pubertät und auch hier wird bald der Zeitpunkt kommen, an dem sie sich alleine mit ihren Freundinnen auf einem Straßenfest oder ähnlichem treffen will. Dies ist ganz normal und gehört zu dem Abnabelungsprozess dazu.

Was kann ich also tun? Wie kann ich mich beruhigen und meine Tochter mit halbwegs ruhigem Gefühl ziehen lassen, ohne dass ich ihr Angst mache?

Natürlich vorbeugen!

Aufklärung

Durch sprechen und aufklären. Ihr immer wieder erklären, das Getränk niemals und wirklich niemals aus den Augen zu lassen.

Was aber, wenn jetzt ein hübscher junger Kerl an ihr vorbei geht, der ihr vielleicht auch noch zuzwinkert, so dass ihr präfrontaler Cortex im Gehirn gänzlich die Kontrolle der Hormone überlässt? Dann lieber das Getränk wegschütten! Natürlich kann ich mir vorstellen, dass das einigen jungen Teenagern bei den aktuellen Cocktail und Getränkepreisen nicht gefällt und sie es daher nicht  machen werden.  

Außerdem sollte man den Jugendlichen – ich sage mit Absicht Jugendlichen und nicht Mädchen, denn es kann auch das männliche Geschlecht treffen, denen hinterher das angesagte Smartphone oder der Geldbeutel fehlt, treffen- erklären, sich am besten nur innerhalb der Gruppe von Freunden zu bewegen. Was ist aber, wenn bei den Mädels vielleicht gerade wieder ein Zickenkrieg entfacht ist, gerade eben weil dieser nette Junge nur einer von ihnen zugezwinkert hat?

Du siehst, ich mache mir keine Illusionen, dass genügend Aufklärung auch wirklich immer in jeder Situation funktionieren wird.

Zusätzlich zur Vorbeugung ist es wichtig, den Kindern zu vermitteln, dass sie, auch nur bei dem kleinsten Verdacht Opfer von k.o. Tropfen geworden zu sein, richtig handeln sollten. Sie sollten sofort den Notarzt anrufen und warten oder bei dem Opfer bleiben, bis dieser eintrifft. Gegebenenfalls, falls es recht lange dauert, eine Urinprobe sichern, damit es hinterher noch nachweisbar ist. Das Vertrauen der Kinder sollte soweit aufgebaut sein, dass sie sich jederzeit trauen, einem Erwachsenen davon zu berichten und sich Hilfe zu holen.

Abschreckung und Sicherheit

Umso positiver überrascht war ich, als ich hörte, dass ein kleines Startup Unternehmen aus Deutschland ein Armband entwickelt hat, mit dem k.o. Tropfen nachgewiesen werden können.

Das Armband sieht aus wie ein Festivalarmband und hat jeweils 2 Tests pro Band. Hierzu taucht man einfach einen Finger in sein Getränk und gibt einen Tropfen davon auf das vorgesehene Feld. Anhand der Verfärbung kann man innerhalb von kurzer Zeit erkennen, ob sich k.o. Tropfen in dem Getränk befinden.

Dadurch wird man nicht mehr gezwungen bei Unsicherheit das Getränk komplett entsorgen.

Auf dem Armband ist der Sinn klar zu erkennen, was zu einer gewissen Abschreckung führt. Ein Täter beobachtet sein Opfer um auf den geeigneten Moment zu warten, hierbei sollte ihm dieses Armband auffallen.

Dieses Wissen beruhigt mich als Mutter doch sehr. Und natürlich würde ich sofort meinen zwei Mädels diese Armbänder kaufen, die übrigens auch noch wirklich günstig sind. Ein zweier Set kostet 5,45€ und ein Viererset kostet 9,95€ – wohlgemerkt: es sind jeweils zwei Tests auf einem Band.

Aber dann kam mir der Gedanke: Was wenn ich es meinen Kindern kaufe und sie es an der nächsten Straßenecke in den Mülleimer werfen? Bei Teenagern versagt ja ab und zu jedes Logikgefühl. Das ist so ähnlich wie mit dem Fahrradhelm, der auch ab einem gewissen Alter nicht mehr cool ist und bei erster Gelegenheit, wenn Mama nicht mehr hinsehen kann, vom Kopf entfernt wird.

Ist die Gefahr von k.o. Tropfen bei Jugendlichen real?

Wie real empfinden die Teenager von heute die Gefahr von k.o. Tropfen und würden sie so ein Armband auch tatsächlich tragen und benutzen?

Hierzu habe ich eine Umfrage gestartet und war doch über die Ergebnisse sehr erstaunt. Insgesamt haben sich 99 Jugendliche beteiligt, 60,2 % waren dabei im Alter zwischen 15 und 24 Jahren.

Die Ergebnisse meiner Umfrage  

 

  

Ich muss zugeben, dass ich die Jugendlichen von heute doch leicht unterschätzt habe.

67% würden das Armband tragen und mehr als 80% würden es auch benutzen.

Mehr als jeder zweite Teenager würde sich das Band sogar selbst kaufen.

Da war ich doch sehr positiv erstaunt.

Leider sagen mir auch die anderen Zahlen, dass die Gefahr deutlich realer ist, als ich bisher angenommen habe.

Mehr als 66% der Jugendlichen haben sich zu dem Thema schon einmal Gedanken gemacht.

Das mag vielleicht daran liegen, dass bereits jeder zweite Jugendliche entweder selbst einmal oder im Freundes- und Bekanntenkreis bereits schon einmal Erfahrung mit k.o. Tropfen gemacht hat.

Das hat mich dann doch ganz schön erschüttert.

Natürlich sagen die offiziellen Zahlen der Polizei und der Statistiken etwas anders, was aber vielleicht daran liegen mag, dass viele Opfer eben nicht zur Polizei gehen, vor lauter Scham. Erschwerend kommt hinzu, dass dieses „Teufelszeug“ eben nur kurz nachweisbar ist.

Über 60% finden, dass so ein Armband gut zur Abschreckung dienen kann.

An dieser Stelle möchte ich nochmal ein dickes Dankeschön aussprechen an alle Jugendliche, die bei meiner Onlinebefragung teilgenommen haben. Ich weiß, dass ihr vielleicht manchmal lieber weiter in eurem Smartphone gezockt hättet und bin euch dankbar, dass ihr das Thema als ebenfalls sehr wichtig benannt habt.

So sieht das Armband aus: 

 

Es ist bei dm Drogeriemarkt erhältlich unter: 

https://www.dm.de/xantus-drinkcheck-armband-4er-pack-p4270000185717.html

Seit dem 12.08.2019 ist es auch in den Filialen vom dm-Drogeriemarkt zu erhältlich.

Warum ich Dir das alles heute geschrieben habe?

Wenn ich nur eine Mama hiermit erreicht habe, die so ein Armband für ihr Kind kauft, das dann vielleicht auch noch benutzt wird und somit eventuell das Kind vor k.o. Tropfen schützt, dann habe ich mein Anliegen erreicht. Und der Sinn, dass mir die Geschichte von dem vierzehnjährigen Mädchen nicht mehr aus dem Kopf geht, hat sich erfüllt.

Bis bald

Deine Sabine

 

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