Oder: welche Werte will ich hier vermitteln?

Die liebe Anna Koschinski hat zur Blogparade aufgerufen zu dem Thema Haltung, Werte und Wirkung im Business.

Da das genau mein Thema ist, folge ich ihrem Ruf natürlich gerne und habe mich mit dem Thema „Haltung“ auseinandergesetzt.

Das äußere Bild

Dies ist wohl mit einer der Hauptgründe, warum ich überhaupt diesen Blog gestartet habe. 

Besonders im Internet wird das Familienleben immer als perfekt dargestellt. Dem äußeren Anschein nach ist hier alles ständig sauber und man bekommt lachende Mütter und lachende Kinder zu Gesicht. 

Nicht nur auf Social Media wird dieses Bild vermittelt, auch im „Reallife“ habe ich viele Familien kennengelernt, bei denen scheinbar alles immer perfekt ist.

Kaum eine Mutter gibt mal offen zu, wenn sie einen echten „Horrortag“ mit ihren Kids durchlebt hat.

Diese verzerrte Darstellung des Familienlebens verändert die Wahrnehmung von einem selbst als Mutter und auch als Familie.

Man fragt sich vielleicht „Warum bekommen die anderen das alles so gut hin?“, „Warum sind die Kinder von Frau XY niemals bockig?“, „Wieso schafft es diese Familie, dass ihr Haus immer blitzeblank ist und sich keine Wäscheberge in die Höhe stapeln?“, „Weshalb liegt bei denen kein Kinderspielzeug verstreut herum?“.

Nur allzu leicht beginnen dann schleichend die Selbstzweifel (das können wir Frauen im Übrigen eh ganz besonders gut) und in uns keimt der Gedanke auf „Bin ich nicht gut genug? Mit mir stimmt etwas nicht, alle schaffen es scheinbar spielend leicht das Familienleben zu organisieren, nur ich nicht.“

Bekommt man dann aber einmal die Gelegenheit hinter die Kulissen dieser vermeintlich perfekten Familien zu sehen, was leider nicht allzu oft zugelassen wird, erfährt man schnell, dass die Realität ganz anders aussieht.

So ist mir zum Beispiel einmal eine Mutter begegnet, die täglich um vier Uhr morgens aufsteht um ihr Haus zu putzen und sich selber „aufzuhübschen“, weil sie es ansonsten tagsüber nicht schaffen würde. Dafür bezahlt sie den Preis, dass sie keine Nacht mehr als fünf einhalb Stunden Schlaf bekommt.

Geschichten wie diese gibt es etliche. Leider erfahren wir nur zu selten davon.

Doch Eines haben haben alle diese Familien und Mütter gemeinsam: nach außen hin erscheint das Bild eines perfekten Familienlebens.

Der Druck

Dadurch, dass viele „nur“ dieses perfekte Bild nach außen hin darstellen, ohne die Kehrseite der Medaille zu erwähnen, wächst der Druck auf die vielen anderen Mütter und Familien stetig an.

Der Kreislauf beginnt sich von vorne zu drehen.

Zu sich selbst stehen

So bin ich nicht und noch viel wichtiger: so will ich auch nicht sein!

Ich bin lieber ausgeschlafen – wobei hier die Frage angemerkt sei: wann ist das eine Mutter schon? – dafür kannst du von meinem Fußboden essen: Die ganzen Krümel, die meine Kinder am Essenstisch fallen gelassen haben und die ich eben noch nicht weggeputzt habe.

Du musst lediglich schneller sein als unser Hund.

Und ja, ich lasse trotzdem spontanen Besuch rein und nehme mir Zeit für eine Tasse Kaffee. 

Das alles auch noch ganz ohne mich zu schähmen! 

Wir leben in unserem Haus und so sieht es auch aus! Mal besser, mal chaotischer – genau wie unser Leben.

Im Übrigen haben wir immer relativ viel Besuch und bisher hat sich noch keiner beschwert. Selbst wenn die Leute sich ihren Teil denken, dann geht es mich nichts mehr an; es sind ihre Gedanken und nicht meine! Bisher sind aber alle noch wiedergekommen.

Die innere Haltung

Dies ist meine innere Haltung, die ich auch nach außen hin vertrete. Genauso wie diesen Blog hier.

Wenn es jemanden nicht interessiert, so zwinge ich niemanden, meine Beiträge zu lesen.

Und ja, auch ich habe Selbstzweifel und hinterfrage mich oft kritisch – manchmal vielleicht zu kritisch.

Deswegen ist auch meine Haltung zu bestimmten Themen nicht festgefahren, sondern wandelbar.

Den richtigen Weg finden

Jeder muss für sich selbst den richtigen Weg finden, gerade in Bezug auf das eigene Familienleben.

Diese ganzen Bezeichnungen der „Erziehungsstile“ sind für mich ein Graus. Egal ob es „antiautoritär“, „konservativ“ oder „bedürfnisorientiert“ ist. Ich möchte mich in keine Schublade stecken lassen.

Wenn man mich fragt, welchen „Erziehungsstil“ (was für ein schreckliches Wort) ich bevorzuge, antworte ich mit „ Sententia de ventris“ (=Bauchgefühl-wobei ich noch nicht einmal weiß, ob es tatsächlich die korrekte lateinische Übersetzung ist).

Damit ernte ich meistens erstaunte Blicke, aber kaum jemand hinterfragt die Bedeutung.

Mir sind bestimmte Dinge wichtig, die dir selbst vielleicht nicht wichtig sind. Zum Beispiel bastel ich sehr gerne mit meinen zwei Mädels, für viele anderen eine ganz schreckliche Vorstellung.

Oder ich liebe es, wenn wir beim Abendessen alle von unserem Tag erzählen, auch manchmal alle wild durcheinander. Da ist es mir dann auch egal, wenn sich der Abend mal etwas länger zieht. 

Ich weiß, dass es anderen Familien wichtiger ist, die Kinder immer ganz pünktlich ins Bett zu bringen.

Was ich damit sagen will: jeder von uns hat in seinem Leben ganz individuelle Schwerpunkte.

Nicht festgefahren sein

Gerade dieses „Bauchgefühl“ und das sich selbst hinterfragen, führt manchmal dazu, dass ich einige Dinge über Bord werfe und dafür andere Dinge ausprobiere.

Es kann vorkommen, dass ich etwas lese oder höre, von dem ich denke, das könnte unser Familienleben bereichern. Genauso gut kann es passieren, dass ich mit einer bestimmten Situation nicht zufrieden bin und etwas Neues ausprobiere, um die Situation zu verbessern. Wenn ich dann beobachte, dass es bei uns nicht funktioniert, wird es wieder Bord geworfen.

Das hat für dich den Vorteil, dass es hier auf dem Blog nicht langweilig wird und ich immer wieder neue Informationen bereit stelle und etwas zu berichten habe.

Meine Familie ist davon nicht immer angetan, ab und zu auch schon etwas genervt. 

Meine große Tochter meinte letztens zu einer Pädagogin „unsere Mama experimentiert wieder mit uns“. Du kannst dir bestimmt jetzt den Blick vorstellen, den ich geerntet habe und in welche Erklärungsnot ich geraten bin.

Die eigenen Werte vertreten

Was mir allerdings besonders wichtig ist, meine eigene Werte zu vertreten und auch die Werte von diesem Blog hier zu vertreten.

So dulde ich keine Anfeindungen und Respektlosigkeiten jeglicher Art! 

Wir, oder auch ihr untereinander könnt gerne diskutieren. Im Gegenteil, das befürworte ich sehr , aber bitte immer höflich und mit Respekt dem Diskussionspartner gegenüber!

Es kam durchaus schon vor, dass ich eine Leserin auf der Facebookseite gesperrt und gemeldet habe, weil sie eine andere Leserin verbal unter der Gürtellinie beleidigt hat.

Dies dulde ich zu keiner Zeit und ist hiermit auch zugleich ein Versprechen an dich als Leser.

Falls dir so etwas hier auffallen sollte, was ich natürlich nicht hoffe, gib mir bitte Bescheid.

Sententia de ventris

Mein berühmtes Bauchgefühl. Und hier ist es mir auch egal, ob die Übersetzung korrekt ist. 

Ich möchte nicht nur meine eigenen Kinder ermutigen, sondern auch alle Leser hier auf diesem Blog, mehr auf das eigene Bauchgefühl zu hören und zu vertrauen.

Auch das eigene Bauchgefühl nach außen hin zu vertreten.

Mein großer Wunsch mit diesem Blog ist es, zu zeigen, dass es auch ein völlig unperfektes Familienleben geben kann. Vielleicht kann das der Schlüssel zu mehr Entspannung im stressigen Alltag sein.

In diesem Sinne:

Seid völlig unperfekt, chaotisch, ehrlich (auch zu Euch selbst) und lacht gemeinsam bis Euch der Bauch weh tut!