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Heute gibt es mal ein etwas ersteres Thema von uns.

Seitdem ich Kinder habe, ach was, bereits seit der Schwangerschaft, hat sich meine Gefühlswelt etwas verändert.

Das Gefühlsleben vorher

Vor den Kindern und vor der Schwangerschaft war ich nur für mich selbst verantwortlich, natürlich auch gegenüber meinen Mitmenschen, meiner Familie und dem Partner gegenüber. Dennoch hatte ich alles in meiner Hand. Im Grunde trug ich nur für mich selbst Verantwortung.

Seit der Schwangerschaft ist das anders.

Plötzlich hatte ich auch noch Verantwortung für dieses kleine Lebewesen, was in mir heran wuchs.

Und mit der Verantwortung kam auch die ständige Angst

Bin ich dem gewachsen?
Kann ich die Verantwortung für so ein kleines Lebewesen tragen?
Traue ich es mir zu, einen Menschen zu erziehen? Wobei ich ja eigentlich generell das Wort „erziehen“ nicht mag. Kann ich diesem Menschen so viel Sicherheit und Vertrauen geben, dass es irgendwann einmal selbstständig leben kann?
Bin ich bereit dazu, immer für mein Kind, in jeder Lebenslage dazu sein und ihm zu helfen?
Natürlich auch: Können wir das finanziell stemmen? Wir alle wissen, das ein Kind nicht nur von Luft und Liebe leben kann.

Als meine große Tochter noch sehr klein war, hatte ich häufig Alpträume. Ich träumte, dass sie von Hunden gebissen wurde und ähnliche Sachen.

Wie kann man sich von dieser Angst befreien?

Nun ja, komplett wird man sich als Mama wohl nie von dieser Angst frei machen können und man wird sich immer Sorgen um sein Kind machen.
Man kann aber versuchen, dass diese Angst nicht zu stark von einem selbst Besitz ergreift.
Auch mir rutscht noch manchmal das Herz in die Hose, wenn meine kleine Tochter zu schnell auf den Straßenrand zu rennt, weil ich in diesen Momenten Angst habe, sie würde nicht mehr rechtzeitig stoppen und von einem Auto erfasst werden.
In solchen Situationen atme ich tief durch und sage mir wie ein Mantra vor, dass sie weiß, dass man nicht auf die Straße rennen darf und dass wir bereits häufig geübt haben, wie sie sich im Straßenverkehr verhalten sollte.

Man muss Vertrauen in die Kinder setzen

Nur wenn wir wir unseren Kindern genug vertrauen und auch zutrauen, schaffen wir es nicht von dieser Angst übermannt zu werden.
Wenn ich dann auch noch sehe, wie meine Kinder immer häufiger viele Situation selbständig meistern können, bekomme ich auch mehr Sicherheit für mich und diese ständige Angst mildert sich ein bisschen.
Voraussetzung hierfür ist aber, dass ich meine Kinder auch viele Situationen alleine meistern lasse. Ich lasse sie nicht spüren, dass ich mir in diesem Moment gerade große Sorgen mache, denn das wiederum verursacht nur Unsicherheit bei ihnen.
Wenn meine Tochter unser Schaukelgestell im Garten zum klettern benutzt, und hier wohlgemerkt die obere Stange, an der die Schaukel befestigt ist, kann ich gar nicht richtig hinschauen, vor Angst sie könnte fallen. Würde ich aber in genau diesem Moment panisch hinrennen und dabei rufen, dass das zu gefährlich ist, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass ich sie mit meinem Verhalten verunsichere und sie tatsächlich fällt.
Stattdessen drehe ich mich weg und vertraue ihr und denke mir, sie selbst wird am besten wissen, wie weit sie klettern kann. Tatsächlich ist noch nie etwas passiert und mittlerweile ist es für sie eine Leichtigkeit auf jedem Schaukelgestell oben zu klettern. Andere Mamas auf den Spielplätzen schauen uns dann doch häufig sehr verwundert zu.
Ich kann durchaus verstehen, dass manche Eltern zu sogenannten „Helikoptereltern“ werden, nämlich dann, wenn sie ihre persönlichen Ängste nicht überwinden können.
Je häufiger wir unseren Kindern etwas zutrauen und ihnen ihren Freiraum lassen, umso stärker wird ihr Selbstbewusstsein und unsere Angst wird im Gegenzug etwas kleiner.
Hier möchte ich aber auch ausdrücklich erwähnen, dass, natürlich, wenn tatsächlich Gefahr in Verzug ist, ich auch sofort eingreife.

reflektieren

Natürlich entwickeln sich unsere Kinder regelmäßig weiter und gerade wenn wir ihnen unser Vertrauen schenken, geht diese Entwicklung manchmal rasend schnell.
Hier hilft es, sich ab und zu mal selbst zu reflektieren.
Das, was wir unseren Kindern noch vor drei Monaten nicht alleine zugetraut haben, können sie vielleicht heute schon selbstbestimmt alleine machen.
Auch ich muss mich immer wieder selbst zur Reflexion ermahnen. Besonders im Bezug auf meine kleine Tochter. Sie schaut sich soviel von ihrer großen Schwester ab, dass ich ihr viel eher als ihrer Schwester bestimmte Sachen alleine zutrauen kann.
Wichtig ist auch, dass wir jedes Kind als eigenständige Persönlichkeit wahrnehmen und ihnen auch individuell, je nach der persönlichen Entwicklung bestimmte Freiräume zugestehen.

Je mehr Zutrauen umso kleiner die Angst

In jeder neuen Situation, in der ich meinen Kinder erlaube diese selbstbestimmt zu lösen und sie dies- im übrigen meist ohne Probleme – auch tun, wird meine innere Angst weniger. Ich weiß, dass sie nie verschwinden wird und immer ein Teil von mir bleiben wird. So musste ich akzeptieren, mit dieser Angst zu leben, aber ich lasse mich eben nicht übermannen von ihr.

Wir wollen alle, dass unser Kinder selbstbewusste und eigenständige Persönlichkeiten sind und dies auch bleiben.

Wie geht ihr mit dieser Angst um und übermannt sie euch manchmal? Was tut ihr dagegen?

Hinterlasst mir doch gerne einen Kommentar.

Liebe Grüße

Eure Sabine