Mit dem „animal spirit“ Geschwisterstreit beim Essen vermeiden

Das „animal spirit“ ist unser ausgedachtes Tier.

Dieses Tier, das gerade zu unserer aktuellen Stimmung passt oder das unserem Wesen am ehesten entspricht. 

Es kann aber auch unser Lieblingstier sein.

Und da meine zwei Mädels besonders gerne beim Essen streiten, kommt dann ab und zu unser „animal spirit“ hier zum Einsatz.

Streit beim Abendessen

Häufig entsteht dieser Streit beim Abendessen, wenn sie bereits tagsüber viel Zeit gemeinsam verbracht haben. 

Oder aber, wenn sie selbst einen anstrengenden, frustrierenden Tag erlebt haben.

Wenn ich diese Streitsituationen rückwirkend reflektiere, stelle ich fest, dass es meistens die Tage sind, an denen ich selbst einen anstrengenden Tag hatte.

Hier überträgt sich dann meine Stimmung und mein Stress auf meine Kinder.

Und gerade wenn meine Nerven blank liegen, fangen die Zwei an, sich zu zoffen.

Bestimmt kommt dir das bekannt vor.

Es scheint fast so, als hätten Kinder innere Antennen und sie legen genau dann besonders stark los, wenn man selber nicht mehr viel Energie hat.

Die positiven Seiten des Streites

In meinem Beitrag „Streit unter Kindern – wie du deine Nerven schonst und gelassener dabei wirst“, habe ich dir bereits von den vielen positiven Aspekten eines Streites erzählt.

Kinder müssen die 3 verschiedenen Stufen der Konfliktlösungsfähigkeit erst erlernen. Dies können sie nur im Streiten erlernen.

Zudem lernen sie selbst Lösungswege zu finden. Sie bauen ihre Argumentationsfähigkeit aus und lernen Kompromisse zu schließen.

Das klingt alles ganz wunderbar und deswegen sollten wir Eltern auch nicht zu frühzeitig eingreifen.

Manchmal liegen die Nerven blank

Und obwohl ich all dies weiß, hilft es meinen eigenen Nerven an so manchen Tagen nicht weiter.

Oder um die Worte meiner Kinder zu benutzen „der Faden von Mama ist knapp“. 

Damit meinen sie, dass mein Geduldsfaden bereits sehr kurz ist.

Es versteht sich von selbst, dass genau in diesen Momenten der Streit meiner Kinder oft zu eskalieren droht.

Um dies zu verhindern und um zugegebener Weise meine Nerven zu schonen, kommt hier unser „animal spirit“ zum Einsatz.

Der Einsatz des „animal spirits“

Auch bei unserem „animal spirit“ gibt es Spielregeln.

Zunächst wird die Reihenfolge festgelegt.

Einer der anwesenden Person beschreibt sein persönliches „animal spirit“ möglichst detailgetreu und die anderen Personen müssen raten, um welches Tier es sich handelt.

Danach kommt der nächste an die Reihe, der, der das Tier als erstes erraten hat.

Meistens, um erstmal für Ruhe bei den Kindern zu sorgen, beginne ich.

Beispiel meines „animal spirits“

Damit du dir das Ganze besser vorstellen kannst, gebe ich dir ein „animal spirit“ von mir als Beispiel.

„ Durch den Wind, der sich schön kühl anfühlt, schraube ich mich immer weiter nach oben in die Luft. Oben angekommen lasse ich mich weiter gleiten und fühle mich schwerelos. Die Sonne lacht von oben auf mein Gefieder. Ich rieche Salz und höre das Rauschen. Weiter vorne erblicke ich einen Holzpfahl. Ich visiere den Holzpfahl an und begebe mich in den Sinkflug. Um auf dem Pfahl elegant landen zu können, muss ich meine gelben Krallen nach vorne ausstrecken und meine Flügel etwas anheben.

Da ich nun schon sehr nah an der Küste bin, kann ich mit meinen kleinen runden Augen die vielen Touristen am Strand erkennen.

Und schon von weitem sehe ich mein Opfer. Ein kleiner Mann mit roter Haut kauft sich gerade ein Sandwich. Es braucht nur ein paar kräftige Flügelschläge von mir um bei ihm zu sein.

Ich fliege von hinten an ihn heran und öffne schnell meinen gelben Schnabel. Blitzartig schnelle ich nach vorne und schnappe mir das Sandwich. Um diesem kleinen Mann, der nun bedrohlich schreit und wild mit seinen Armen herumfuchtelt, schnell zu entkommen, schlage ich nochmals kräftig mit meinen weiß-grauen Federn. Zurück auf meinem Pfahl genieße ich das Sandwich und freue mich, dass mein Magen wieder voll ist.“

Hast du erkannt welches Tier ich war?

Heute war ich eine Möwe.

Der Streit ist vergessen

Meistens ist es schon, während ich von meinem „animal spirit“ erzähle, mucksmäuschenstill am Tisch und die Kinder lauschen gespannt.

Manchmal, damit die Ruhe länger anhält, gebe ich zunächst wenig Hinweise auf das Tier und beschreibe dafür Gefühle detaillierter.

Im Anschluß beschreiben meine Kinder ihre Tiere.

Danach herrscht wie von Zauberhand Frieden und Eintracht am Esstisch.

Manchmal reden sie noch darüber, warum sie gerade ein bestimmtes Tier gewählt haben.

Nachdem bei uns jetzt schon öfters das „animal spirit“ zum Einsatz kam, werden meine Kinder immer besser darin, sich möglichst genaue Beschreibungen auszudenken.

Den kleinen Trick mit dem „animal spirit“  wende ich nicht regelmäßig an. So bleibt es etwas Besonderes bei uns.

Außerdem liegen meine Nerven ja nicht immer blank – nur manchmal.

Vielleicht magst du jetzt selbst das „animal spirit“ ausprobieren. 

Ich kann mir auch gut vorstellen, dass es abends beim Zubettgehen auch sehr gut funktioniert, um damit etwas ruhiger in die Nacht zu kommen.

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