Bereits seit einigen Monaten stelle ich immer mehr fest, dass meine persönlichen Energieakkus leer sind. Sozusagen „tiefenentladen“, denn auch meine kleinen Tricks während dem Alltag um wieder zu Energie zu kommen helfen nicht mehr.

Ich merke es daran, dass ich dauermüde bin. Auch wenn ich zwischendurch das Glück habe und einmal wieder etwas mehr schlafen kann, so fühle ich mich hinterher nicht fitter.

Mein Geduldsfaden ist extrem kurz geworden, worunter die Kinder ab und zu leiden müssen. Besonders abends, wenn es ein anstrengender Tag war, kann ich nicht mehr viel Geduld für sie aufbringen. In meinem Beitrag „An Tagen wie diesen…mag ich mich selbst als Mutter nicht“ habe ich dir beschrieben, wie ich mich dann fühle. Leider treten diese Tage in letzter Zeit häufiger auf.

Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung

Da ich das jedoch erkannt habe, habe ich mich dazu entschlossen, etwas dagegen zu tun. So habe ich alle Für und Wider abgewägt und mit einem enorm großen schlechten Gewissen gehadert. Letztendlich habe ich mich dann dazu durchgerungen, in Urlaub zu fahren. Ohne Kinder und ohne Mann.

Ich sehe jetzt schon, wie einige die Augen rollen und sich denken „Wie kann man nur ohne seine Kinder in den Urlaub fahren. So etwas kann man später immer noch machen, wenn die Kinder groß sind.“ Fakt ist einfach, auch wenn ich meine Kinder über alles liebe, sie sind anstrengend. Ich kann mich nicht zu 100% erholen, wenn ich mit ihnen gemeinsam wegfahre. Meine große Tochter ist mittlerweile im besten Alter von neun Jahren und ich merke, dass ich es meinem Körper nicht länger zumuten kann immer Vollgas zu geben. 

Also habe ich einen Griechenlandurlaub gebucht, damit ich dort meine Energieakkus wieder aufladen kann um danach wieder die Mutter sein zu können, die ich sein will.

Ein Unglück kommt selten allein

Dieser Termin Anfang Oktober war mein „Anker“. An besonders schwierigen Tagen habe ich mir das Abflugdatum wie ein Mantra vorgesagt. Und dann kam alles anders! Thomas Cook und damit auch meine Reisegesellschaft, die zur Thomas Cook Gruppe gehört, hat Insolvenz angemeldet.

Mit meinem bereits bezahltem Geld pleite gegangen. 

Ich bin sauer und ich bin frustriert! Ob ich mein hart gespartes Geld wiedersehen werde, weiß ich nicht. 

Und dann passiert es: als ob das gerade nicht schon alles schlimm genug wäre schlägt Murphy`s Law jetzt unerbittlich zu.

Murphy`s Law schöpft aus den Vollen und schlägt weiterhin zu

Nachdem ich jetzt kein Geld und auch keinen Urlaub mehr habe, geht natürlich unsere Spülmaschine kaputt.

Es ist ja nicht so, dass sie nicht bereits vor einem halben Jahr schon mal kaputt war. Damals haben wir hin und her überlegt, ob sich eine Reparatur lohnt. Da wir gegen die Mentalität des „immer alles sofort wegwerfen“ sind, haben wir uns für eine Reparatur entschieden. Jetzt ist es aber endgültig: sie ist tot! Es versteht sich von selbst, dass man das feststellt, wenn sie bis oben hin mit dreckigem Geschirr gefüllt ist und es bereits abends zehn Uhr ist!

Aber bei dem lieben Murphy geht noch mehr: Die Bremsen vom Auto!

Es ist mir schon klar, dass bei jedem Auto irgendwann einmal die Bremsen gemacht werden müssen. Aber gerade jetzt?

Warum kommen alle schlechten Dinge auf einmal?

Auf diese Frage habe ich bis heute keine Antwort erhalten. Für mich steht aber fest, es gibt Phasen, in denen passieren immer alle schlechten Dinge auf einmal. Plötzlich gehen viele Dinge kaputt. Geht es nur mir bzw. uns so oder ist das bei allen anderen auch so?

Ich bin wütend, frustriert und ausgebrannt

Aktuell versuche ich mir die Dinge halbwegs schön zu reden. Natürlich wäre es viel schlimmer, wenn jemand von uns krank werden würde. Es wäre bestimmt auch schlimmer gewesen, wenn ich den Urlaub antreten hätte können, um dann vor Ort (wie es vielen anderen gegangen ist) noch Unsummen an das Hotel zahlen hätte müssen oder keinen Rückflug zu haben. 

Wenn jetzt dann die Bremsen am Auto gemacht sind und eine neue Spülmaschine angeschafft worden ist, dann fallen diese Dinge zumindest in naher Zukunft schon mal weg als potenzielle Murphy`s Law Kunden.

Ich kann es mir noch so schön reden wie ich will: ich bin trotzdem sauer, wütend und frustriert.

Einige von Euch haben schon mitbekommen, dass ich mir die Haare richtig kurz schneiden hab lassen. Das war der Grund. Ich brauchte eine Veränderung. Eigentlich eine Veränderung der Gesamtsituation. Da ich die aber nicht von jetzt auf gleich ändern kann, habe ich mein Aussehen schon mal verändert. 

Leider ändert es nichts daran, dass meine Akkus immer noch leer sind.

Gut gemeinte Ratschläge

Ich habe mal das Netz durchforstet, was es zu diesen „schlechten Phasen“ so hergibt. Hier findet man viele gut gemeinte Ratschläge. Sowas wie „solange du lebst wirst du Hindernissen begegnen“. Das stimmt – aber ich habe eben gerade keine Lust mehr auf Hindernisse!

Man soll negative Erfahrungen als Möglichkeiten des Wachstums ansehen. – Ich will gerade aber keine Möglichkeit haben zu wachsen! 

Oder: Es hat alles seinen Grund. Vielleicht stimmt das ja auch. Vielleicht wäre ich niemals heil in Griechenland angekommen. Vielleicht könnte ich aber gerade jetzt dort ganz wunderbar im Sand sitzen und auf das Meer hinausschauen und die Brise in meinem Gesicht genießen?

Ich weiß, dass ich heute auf hohen Niveau gejammert habe. Aber es musste raus. 

Was ich jetzt mache um meine Energieakkus wieder auf zu laden? Ich weiß es noch nicht.

Irgendetwas wird mir schon einfallen. Ich stehe jetzt auf, richte meine imaginäre Krone auf meiner neuen Frisur und blicke nach vorne.

Vielleicht hast du ja einen Tipp für mich?

Kennst du auch solche Phasen, in denen scheinbar alles schief geht? Und wenn ja, wie gehst du damit um? Gibt es eine Geheimwaffe dagegen?

 

 

 

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