Jeder steckt seine Zaunpfosten anders!

Und das ist gut so!

Bestimmt wunderst du dich jetzt, wieso ich diesmal etwas über Zäune schreibe.

Genau genommen wird es um Schafszäune gehen.

Ich bin mir sicher, du hast jetzt bereits ein wunderschönes Bild vor Augen.

In vielen von meinen Beiträgen erscheinen die Wörter  „unperfekt“ und „Bauchgefühl“.

Gerne ermutige ich dich, in bestimmten Situationen zu versuchen auf dein Bauchgefühl zu hören und nicht auf das, was dir ein Erziehungsratgeberbuch im Umgang mit deiner Familie rät.

Deswegen wirst du bei mir auch keine Vorgaben lesen, wie du in bestimmten Situationen vorgehen sollst. Ich kann dir lediglich Tipps und Anregungen geben oder manchmal auch vielleicht eine andere Sichtweise, oder ein kleiner Denkanstoß.

Wir alle sind unterschiedliche Menschen, haben unterschiedliche Haltungen und Werte. Was sich für den einen richtig anfühlt, fühlt sich für den anderen möglicherweise schlecht an.

Wir alle können Dinge ausprobieren und wenn sie sich für uns nicht stimmig anfühlen, können wir sie wieder verändern.

Manchmal brauchen wir auch einfach genug Zeit um Dinge verändern zu können.

Unser gesamtes Leben besteht aus Veränderung. Genauso unser Familienleben mit unseren Liebsten.

Deswegen bin ich immer wieder überrascht, wenn ich Nachrichten erhalte, bei denen sich meine Leser rechtfertigen, warum sie bestimmte Dinge so tun, wie sie sie eben tun.

Vielleicht drücke ich mich auch manchmal nicht deutlich genug aus.

Deswegen versuche ich es dir einmal mit einem Bild zu erklären, welches mir neulich spontan in den Sinn kam.

Der Zaun

Ich stelle mir meine Familie und mich wie eine Schafherde vor, natürlich mit zwei ganz zuckersüßen Lämmchen mit großen Kulleraugen.

Je nachdem, was mein Bauchgefühl mir gerade rät, stecke ich einen Zaunpfosten in unsere Weide. Vielleicht, weil dahinter gerade ein steiler Graben liegt. 

Natürlich begrenze ich in diesem Moment meine süßen Lämmchen, aber ich sorge auch dafür, dass sie nicht in den Graben fallen und sich verletzen.

An manchen Tagen bin ich vorsichtiger als an anderen. Dann stecke ich den Zaun vielleicht etwas näher zur einen Seite ab, aber etwas weiter auf der anderen Seite.

Vielleicht ändert sich die komplette Situation und wir suche eine andere Weide. 

Zwischendurch steckt auch mein bester Ehemann der Welt die Zaunpfosten in Absprache mit mir um. 

Ich selbst spreche mich übrigens auch oft mit meinem besten Ehemann der Welt ab, wo ich denn gerne meine Zaunpfosten hätte.

Natürlich stecken wir die ganz dicken Zaunpfosten, die äußersten sozusagen, nicht jeden Tag neu. Das wäre auch viel zu aufwendig.

Aber die kleinen, dünnen Zaunpfosten, die stecke ich schon relativ häufig mal um.

Wie oft und wie weit hängt von der jeweiligen Tagessituation ab, von meinem Stresslevel, von der Tagesform der kleinen Lämmchen. Es gibt Tage, da sind sie wirklich schwer zu bändigen und man gewinnt den Eindruck es seinen keine Lämmchen, sondern Löwen. 

Da stecke ich den Zaun dann vielleicht etwas enger oder höher.

Was ich damit sagen möchte: auch ich setze jeden Tag neue Grenzen und diese können durchaus variieren. Sie sind nicht jeden Tag gleich.

Individualität als Familie behalten

Mein Familie und ich sind nicht jeden Tag gleich, mal geht es uns besser und mal geht es uns schlechter. Mal haben wir viel Spaß zusammen und an manchen Tagen liegen die Nerven blank.

Würde ich meine Familie und mich selbst hier im Umgang miteinander in ein starres Schemata drücken, eben weil dies nun mal gerade das absolute Nonplusultra in einem  Erziehungsratgeber oder in der Familientalkshow kommuniziert wurde, würde es uns damit nicht gut gehen.

Ich kann manche Dinge ausprobieren und wenn wir es für uns als schlecht empfinden, wird es wieder über Board geworfen. Davon passiert nichts schlimmes, unsere Familienwelt dreht sich weiter und wir sind um eine Erfahrung reicher.

Deswegen braucht sich vor mir niemand rechtfertigen, warum er oder sie irgendetwas in einer bestimmten Art und Weise handhabt.

Vielleicht finde ich es spannend und nehme es für mich als Impuls auf.

Vielleicht aber auch nicht.

Ich wünsche mir, dass wir uns alle gegenseitig so individuell betrachten, wie wir sind. Jeder hat seine eigene Persönlichkeit und seine eigene Lebenssituation.

Deswegen hoffe ich, dass wir uns nicht verurteilen auf Grund bestimmter Verhaltensweisen oder Herangehensweisen.

Im Gegenteil, lasst uns gegenseitig dabei unterstützen, damit jeder auf seine Art und Weise mit seiner Familie leben kann, wie es zu eben dieser Familie passt – mit ganz viel Bauchgefühl und Lachen bis die Tränen kommen.

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