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Lasst die Narren tanzen….

Bald ist es wieder soweit, die Faschingszeit steht bald vor der Tür.

Ich weiß ja nicht, wie es Dir in dieser Zeit geht. Bei uns ist in dieser Zeit des Jahres fast „Dauerparty“ angesagt. Meine zwei Mädels im besten Alter lieben die Faschingszeit.

Ich weiß nicht, ob nur meine Mädels Kinderschminken und sich verkleiden so toll finden, oder ob das alle Kinder oder speziell nur Mädchen super finden.

Wir haben bereits seit zwei Jahren im Kinderzimmer eine große Verkleidungskiste stehen. Nachdem meine Mädels sich gefühlte zwanzig Mal am Tag umgezogen haben und dementsprechend viel Kleidung in der Schmutzwäsche gelandet ist, die eigentlich gar nicht dreckig war, bzw.  die Kleiderschränke aussahen, als ob mindestens zwei Handgranaten darin gelandet sind und der Fußboden regelmäßig vor lauter Klamotten nicht mehr zu sehen war, habe ich mich für die Verkleidungskiste entschieden. Natürlich war diese an die Bedingung geknüpft, dass sie sich tagsüber keine neue Kleidung aus ihrem Schrank rausholen dürfen. Seitdem funktioniert das auch ganz gut. Ich kann jeder Mama, die auch so verkleidungswütige Kinder hat, nur zu so einer Kiste raten. Ich selbst hätte damit gar nicht so lange warten sollen, aber wie das ebenso ist, manchmal braucht es etwas länger bis man eine nahe liegende Möglichkeit findet.

Nicht nur das Verkleiden finden meine Mädels so toll, das Kinderschminken steht auch ganz oben auf ihrer Lieblingsliste. Als ich von der Pinguin- Geburtstagsparty berichtet habe, habe ich ja schon angesprochen, wie wichtig es ist, richtig gute Kinderschminke zu haben, wenn man hinterher keine rot leuchtenden und verweinten Kindergesichter haben will. Die günstige Schminke, die man gerade zur Faschingszeit in jedem Supermarkt kaufen kann, lässt sich fast nicht mehr oder nur sehr schwer abwaschen. Erst vor ein paar Tagen habe ich mal meine Badschränke ausgemistet. Du musst wissen, das habe ich, glaube ich, noch nie gemacht. Ich habe doch tatsächlich alles rausgeräumt und dann ausgemistet. Kannst du dir vorstellen, dass ich dabei einen ganzen Müllsack füllen konnte mit Dingen die abgelaufen waren oder die einfach nicht benutzt werden. Ich werde sowas jetzt häufiger machen, nicht nur bei den Badschränken, aber das ist vielleicht mal ein anderes Thema. Auf jeden Fall habe ich dabei tatsächlich drei verschiedene Kinderschminksets weggeschmissen und zwei Fussballfanschminksets. Für das Geld, was mich damals diese Kinderschminke gekostet hat, hätte ich mir lieber gleich einmal die Gute, etwas Teurere kaufen sollen. Seitdem wir die gute Schminke haben, schminke ich tatsächlich die Kinder häufiger, nicht nur zur Geburtstagsparty oder zu Fasching. Sie lässt sich einfach wunderbar schminken und was das Wichtigste ist, hinterher ganz einfach mit einem Waschlappen wieder abwaschen. Falls es sie interessiert, welche Marke das ist, schreiben Sie mich einfach an, wir wollen ja nicht, dass es heißt, hier wird ohne Genehmigung Werbung gemacht.

Das richtige Kostüm ist bei uns dann auch jedes Jahr wieder eine Diskussion wert. In unserem Kindergarten gibt es jedes Jahr ein Motto. Also muss es dementsprechend passend sein. Meine zwei Mädels wollten das natürlich alles nicht. Sie wollten partout eine Prinzessin oder eine Fee sein. Letztes Jahr war das Motto Zirkus. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie lange es gedauert hat, meine Kleine davon zu überzeugen, dass sie sich als Clown verkleidet. Ballerina wäre ja noch für sie gegangen, aber diese Rolle war schon an die Mädels aus der anderen Gruppe vergeben. Das Einzige, wie ich sie dann dazu überreden konnte, sich als Clown zu verkleiden, war, als ich ihr versprochen hatte, ich suche ihr eine rosa Clownperücke und einen rosa Glitzerhut.

Die Große sollte sich als Zauberer verkleiden. Es gab genau so viel Diskussion wie mit der Kleinen.

Ich konnte sie nur überzeugen, indem ich ihr einen lila Glitzerumhang und einen Glitzerzauberstab angeboten habe.

Gott sei Dank, gibt es Amazon und wir haben die Primemitgliedschaft, mit der so eine Lieferung ja schnell da ist.

Dieses Jahr bin ich schlauer, ich fange mit der Diskussion bereits eher an, so dass ich noch reichlich Zeit habe, mich um ein passendes Kostüm zu kümmern. Die Erzieherin im Kindergarten hat zwar leicht merkwürdig geschaut, als ich bereits in der zweiten Woche im Januar nach dem Faschingsmotto gefragt habe, aber sie muss ja auch nicht die ewigen Diskussionen mit meinen Kindern führen.

Das Motto dieses Jahr lautet „Tiere“.

Im Grunde betrifft es ja eh nur noch meine kleine Tochter, da die Große jetzt schon zur Schule geht. Leider habe ich noch keinerlei Informationen erhalten, wie in der Schule Fasching gefeiert wird. Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass die Kinder sich dort verkleiden dürfen, wie sie wollen.

Als ich meine Kleine befragt habe, welches Tier sie denn im Fasching sein möchte, kam aus ihrem Mund, wie aus der Pistole geschossen „ein Einhorn!“. Puhh, o.k. Ich habe jetzt einfach mal beschlossen, das kann so gelten, schließlich ist ein Einhorn ja ein Tier. Natürlich muss dieses Einhorn rosa sein.

Da es ja bereits etliche Wochen vor Fasching bereits überall Faschingsartikel zu kaufen gibt, habe ich nun angefangen, die wöchentlich in dem Briefkasten zu findenden Prospekte durch zu blättern.

Und siehe da, ich habe tatsächlich ein Einhornkostüm für Kinder gefunden. Zwar gibt es das in einem Laden, der natürlich bei uns in der näheren Region nicht zu finden ist, auch nicht laut dem Filialfinder, aber das macht gar nichts, denn wozu ist denn der beste Ehemann der Welt von Beruf Fahrlehrer. Ich habe ihm genau gesagt, wo er seine nächste Fahrstunde hin zu machen hat und auf welchem Parkplatz der Fahrschüler einparken üben soll. Dann kann er in der Pause anschließend dort das Kostüm holen. Und damit es auch ja keinen Streit bei den Mädels gibt, muss er das natürlich gleich zweimal besorgen.

Manchmal frage ich mich ja eh, warum ich eigentlich zweimal schwanger war. Wenn es darum geht, dass eine von den beiden etwas hat, verhalten sie sich sowieso wie Zwillinge. Sie müssen immer genau dasselbe haben, sonst  gibt es Streit und viele Tränen.

Während der Faschingszeit ist unser Terminkalender komplett ausgebucht. Jeden Tag ist irgendwo ein Faschingsumzug, Kinderball oder Gardeauftritt.

Die Gardeauftritte finden sie besonders toll.

Vor zwei Jahren haben meine Mädels und besonders meine Große, damals im besten Alter von fünf Jahren, die Garde entdeckt. Sie war so fasziniert, vor allem von den „Minis“, das sie dort am liebsten sofort mitgemacht hätte. Es nützte auch nichts, dass ich ihr erklärt habe, wieviel Training und harte Arbeit dahinter steckt. Sie hat allen erzählt, sie wird mal ein „Funkenmariechen“. Tage, ja wochenlang lief in unserem Wohn- oder Kinderzimmer Faschingsmusik in voller Lautstäke und sie hüpfte, sprang und versuchte ihre kleine Schwester dazu rumzuwirbeln. Nachdem sie mir jeden Tag erzählte, ich solle sie doch da „Biiiiiiiitte“, natürlich mit ganz besonders vielen iiiiiiis, wie immer, wenn meine Kinder etwas von mir wollen, anmelden, habe ich mich bei den Faschingsgesellschaften hier in der Region erkundigt.  Als ich wusste, dass sie wöchentliche Trainings haben, teilweise mehrmals die Woche, zwar nicht das ganze Jahr über, aber doch etliche Monate lang, und in der Faschingszeit  haben sie jedes Wochenende Auftritte, teilweise mehrere an einem Tag, da habe ich beschlossen, ich möchte keine Mama von einem Gardemädchen sein.

Das heißt jetzt nicht, dass ich schlecht darüber denke, im Gegenteil, alle Gardemamas haben meinen Respekt, nur ich für meinen Teil möchte mir einfach nicht diesen Stress auch noch antun.

Aber wie erklärt man das einem Kind?

Meine große Tochter macht dafür jetzt seit ca einem halben Jahr Jazzdance. Das ist zwar auch jede Woche, außer in den Schulferien, aber dafür eben keine Auftritte an jedem Wochenende. Das macht ihr riesig Spaß, es ist auch tanzen und dabei kann sie sich auspowern.

Ich für meinen Teil bin dann auch immer ganz froh, wenn dann die närrische Zeit vorbei ist und für eine klitzekleine Zeitspanne der Alltag wieder einkehrt, denn anschließend kommt ja dann auch schon bald Ostern und dazwischen noch unser Skiurlaub. Natürlich bestehen meine zwei Mädels darauf, dass auch ich mich im Fasching verkleide. Meistens verkleide ich mich als Biene, passend zu meinem Namen. Als was verkleidest du dich, oder verkleidest du dich überhaupt?

In diesem Sinne verabschiede ich mich diesmal mit einem lauten „Heeeeellllauuuuuuu“.

Sabine