In letzter Zeit war es hier etwas still. Das lag zum großen Teil daran, dass ich über Weihnachten und zu Jahresbeginn es etwas langsamer angehen wollte. 

Ich habe Dir ja in „Meine Energieakkus sind leer! Aufladen? Verboten!“ berichtet, dass meine Energieakkus „tiefenentladen“ waren. Hier musste ich erstmal für mich selbst sehen, dass ich diese wieder betanken konnte.

Ein dickes Dankeschön und ein klares Statement!

Bevor ich dir erzähle, wie ich meine Akkus wieder gefüllt habe, möchte ich mich erstmal bei allen Lesern, die mir zugesprochen haben, herzlich bedanken. Es tat unheimlich gut zu wissen, dass es anderen Mamas auch öfters so geht. Auch die vielen liebe Worte zu meinem Beitrag haben mich wirklich tief im Herzen gerührt.

Leider gab es auch den ein oder anderen Kommentar, den ich nicht freigegeben habe – oder auf Facebook gelöscht habe, der unter die „Gürtellinie“ ging. Das hat mich doch sehr zum Nachdenken gebracht. 

Ich möchte hier in meinem Blog meine reale Welt und keine perfekte Familienidylle vorspielen. Und dazu gehört es eben auch, die Schwächen oder die Tiefpunkte des „Mama-Alltags“ zu zeigen.

Ich selbst bin und meine Familie sind nicht perfekt und darauf bin ich stolz. Ich möchte kein erzwungenes perfektes Familienleben nach aussen hin darstellen. Wir sind nicht immer lustig, harmonisch und gut gelaunt – und das ist auch gut so.

Kritik höre ich mir gerne an und denke auch darüber nach, solange sie auf einem sachlichen Niveau beruht. Leider scheint dies nicht immer zu funktionieren, bzw. gibt es wohl Leute, die meinen, sie könnten auf Grund der Anonymität des Internets andere Menschen ohne Argumentation beleidigen. Hiervon möchte ich mich deutlich distanzieren und habe deswegen auch den ein oder anderen Leser von der Mumslife-Facebookseite entfernt. Auch in Zukunft werde ich es so handhaben.

Ebenso wenig werde ich immer nur lustige und schöne Sachen schreiben, das wäre nicht wirklich ich und würde meinen Idealen widersprechen.

Umso mehr freut es mich, wenn ich von Dir und meinen ganzen anderen wunderbaren Lesern so tolles Feedback bekomme. Vielen Dank! Gerne würde ich Dich kurz in eine imaginäre Umarmung ziehen!

Krone richten und Land suchen

Nachdem Thomas Cook mit meinem Geld pleite gegangen ist und so nicht nur das Geld, sondern auch der Urlaub dahin waren, musste ich mir wohl oder Übel eine andere Lösung zum Auffüllen meiner Energieakkus suchen. (Mittlerweile habe ich übrigens 17,5% von der Versicherung von Thomas Cook zurück erhalten- was den Rest betrifft, wird die Zeit zeigen)

Da der Urlaub ja bereits fest geplant war und auch mein bester Ehemann der Welt sich bereits frei genommen hatte, um sich die Tage um die Kinder zu kümmern, gab es für mich nur Eines: Ich musste weg!

Natürlich hätte ich auch genauso gut zu Hause bleiben können, aber seien wir mal ehrlich: Zuhause hätte ich das Ruder niemals ganz aus der Hand geben können.

Also habe ich kurzer Hand eine Ferienwohnung in Kroatien für eine Woche gebucht. Das war finanziell sehr günstig, da es bereits absolut außerhalb der Saison war und mit dem Auto auch noch gut erreichbar.

Die Oma kommt mit

Ich habe ja schon öfters erzählt, dass meine liebe Mama oft meine Kinder betreut, während ich in die Arbeit gehe. Sie hat sich eine Auszeit mehr als verdient. Der positive Nebeneffekt an der ganzen Sache war, dass wir endlich mal in Ruhe Zeit miteinander verbringen konnten – sozusagen echte „Mama-Tochter-Zeit“. 

Ich kann wirklich nur jedem raten, so etwas einmal zu machen. Wir haben unheimlich viel geredet und ich habe doch noch so das ein oder andere von meiner Mama erfahren, dass ich vorher nicht wusste. Gerade aus ihrer Jugend oder auch aus ihrer Lehrzeit, als man noch „in Stellung“ gegangen ist. Übrigens habe ich dabei erfahren, dass ich sehr wahrscheinlich in Kroatien „entstanden“ bin, bei einem Urlaubstrip meiner Eltern.

Bei meiner Schwiegermutter hatten wir erlebt, wie schnell jemand aus unserem Leben gerissen werden kann. Man meint vorher immer, man hat noch genügend Zeit zusammen. Leider stimmt das nicht immer. Umso wichtiger ist es, die gemeinsame Zeit zu nutzen.

Die einfachen Dinge genießen

In diesem Urlaub habe ich besonders die ganz einfachen Dinge genossen. Einfach solange zu schlafen, bis ich von ganz alleine wach werde, ohne Wecker oder durch Kinderstimmen, die das „a“ in „Mamaaaaaa“ besonders lang ziehen.

Eine Zeitschrift komplett von Anfang bis Ende zu lesen. Wir haben einen Städtetrip unternommen, ganz entspannt oder haben uns auf einem Berg ein Künstlerdorf in Ruhe angesehen. Wenn wir Lust hatten, haben wir uns in ein Café gesetzt und die Leute beobachtet.

All diese ganz einfachen Dinge haben meine Akkus wieder aufgefüllt.

Ich habe die Zeit auch dazu genutzt um viel zu lesen und viel nachzudenken.

Im Übrigen ist hier in diesem Urlaub die Weihnachtsgeschichte entstanden, die ich dir schon auszugsweise gezeigt habe.

Das schlechte Gewissen war dabei

Trotzdem ich wusste, dass ich diese kleine Auszeit dringend nötig hatte und sie mir auch wirklich geholfen hat, meine Akkus wieder aufzuladen, reiste die ganze Zeit das schlechte Gewissen gegenüber meiner Kinder mit. Und obwohl ich wusste, dass meine Kinder gut bei meinem besten Ehemann der Welt gemeinsam mit dem Opa versorgt werden, konnte ich es nicht abschütteln. Wir haben jeden Abend einen Videoanruf gemacht und sie haben mir von ihrem Tag berichtet.

Alles hat wunderbar funktioniert. Natürlich hat mein Mann ein paar Dinge anders gemacht, als ich. Das musste ich erstmal akzeptieren. Es war deswegen nicht schlechter, es war eben anders. Den Kindern hat es super gefallen und sie haben es sehr genossen, etwas mehr Zeit mit dem Papa zu verbringen. Das hat mein schlechtes Gewissen ihnen gegenüber etwas beruhigt. Dennoch war ich dann sehr froh als ich sie wieder in die Arme schließen konnte.

Wiederholung?

Ich weiß nicht, ob es eine Wiederholung von einem „Urlaub ohne Kinder“ in naher Zukunft gibt. Später irgendwann einmal wollen sie wahrscheinlich eh nicht mehr mit ihren Eltern in den Urlaub fahren. Dieser Urlaub und diese kleine Auszeit waren aber für mich persönlich dringend notwendig.

Da ich den Urlaub auch zum Nachdenken genutzt habe, habe ich mir vorgenommen, dass ich mehr darauf achten werde, dass meine Akkus nicht so schnell wieder rot aufblinken. Ob mir das gelingt, den Alltag so zu gestalten, wird die Zukunft zeigen.

Ich werde versuchen noch häufiger „Nein“ zu sagen. Das bedarf jedoch so einiger Übung. Eine zeitlang habe ich das auch gut hinbekommen, bin dann jedoch zu oft in alte Verhaltensmuster zurück gefallen.

Vielleicht hast du einen Tipp für mich, wie ich das „Nein“ noch etwas besser in meinen Alltag integrieren kann?

Wie schaffst du es, dass deine Akkus sich wieder aufladen, bzw. sich nicht entladen?