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Auf den Hund gekommen – Teil 2

In dem ersten Teil von  „Auf den Hund gekommen“   habe ich Ihnen ja von der ersten Zeit mit unserem neuen, „verrückten“ Familienzuwachs Buddy erzählt. Seitdem ist nun einige Zeit vergangen und vieles hat sich auch gebessert, z.B. hat er doch tatsächlich nach ungefähr 4 Monaten verstanden, dass unsere Wäsche nicht seine Beute ist.

Schuhe, Schuhe

Auch zerbeißt er jetzt keine Schuhe mehr, nun gut, das mag vielleicht wohl eher daran liegen, dass mittlerweile sogar meine zwei Töchter im besten Alter verstanden haben, dass, wenn sie ihre Hausschuhe rumliegen lassen,  unser Buddy sie dann einfach auffrisst.

Meine Schuhe hingegen mochte er nicht. Ich habe sie mit Absicht rumliegen lassen, weil ich hoffte, dass ich dann so einen Grund habe, mir ein neues Paar zu kaufen. Leider hat er scheinbar meinen Plan durchschaut  und meine Schuhe über Tage hinweg nicht mal angesehen.

Das ist tatsächlich ein großer Vorteil an unserem Buddy, es liegen keine Schuhe und Spielsachen im Erdgeschoss mehr am Boden, da es ansonsten innerhalb kürzester Zeit zerstört ist. Leider hat er mittlerweile auch bereits drei Hundebetten und diverse Hundedecken zerstört.  Hundedecken benutzt er auch ganz gerne zum „Liebe machen“, was mich schon in schwere Erklärungsnot bei meinen zwei Töchtern gebracht hat, da sie natürlich genau wissen wollten, wieso er bei seiner Decke immer so mit dem Popo wackelt.

Gassi gehen…

gestaltet sich nach wie vor schwierig. Ich jedenfalls weiß jetzt, woher der Spruch kommt „stellt sich an, wie der Hund beim scheißen“. Tatsächlich kann man stundenlang in der Prärie mit ihm spazieren gehen, ohne dass er auch nur ansatzweise daran denkt, sein Geschäft zu erledigen. Da werden dann lieber Ameisen verfolgt oder er springt Schmetterlingen hinterher. Auch ein Grashalm der sich im Wind bewegt ist eine potenzielle Beute für unseren Buddy. Kaum kommt man dann wieder auf das heimische Grundstück verzieht er sich in seine „Kloecke“ und erledigt dort dann in unserem Garten sein Geschäft.

Nicht nur unser Hund ist beim Gassi gehen schwierig, andere Menschen sind es auch. Am Anfang, als er noch kleiner war, kamen die Leute immer direkt auf uns zu und haben mit furchtbar piepsiger Stimme gemeint „och, ist der süß“, sich über den Hund gebeugt und angefangen ihn zu streicheln. Das war natürlich für unseren Buddy das Zeichen, dass man an fremden Menschen hochspringen kann. Wenn ich ihn dann geschimpft habe, kam von den anderen immer nur ein böser Blick und „der ist eben noch jung, das machen alle jungen Hunde.“ Somit war die Erziehungsarbeit sofort wieder zu nichte gemacht. Ich habe mir jetzt angewöhnt, sobald ich sehe, dass jemand auf uns zukommt,  „Vorsicht! Der beißt!“ zu rufen.  Klar, die Menschen schauen dann immer sehr irritiert, aber meistens lassen sie uns dann in Ruhe.

Es ist ja nicht nur, dass andere Menschen den Hund streicheln wollen, nein, sie erzählen einem ja auch gleich immer ihre halbe Lebensgeschichte und ihre eigenen Hundeerfahrungen. Nun gut, das mag für einen Single ja vielleicht eine gute Methode sein, um Kontakte zu knüpfen, aber für mich ist das definitiv nichts. Sie müssen wissen, dass man dann eben mal in ein stundenlanges Gespräch verwickelt wird und viele Informationen erhält, die man einfach nicht wissen will. Am angenehmsten ist das Gassi gehen eben doch mitten in der Prärie, an Regentagen oder abends, wenn es schon dunkel ist.

Das erste Weihnachten..

Haben wir wider Erwarten relativ gut mit unserem Buddy überstanden. Er hat nicht, wie von mir gedacht, den Weihnachtsbaum als Knabberspielzeug benutzt oder ihn markiert. Aber er war scheinbar irgendwie auf dieses grüne Teil, dass nun plötzlich in unserem Wohnzimmer stand eifersüchtig. Immer wenn wir dem Baum Wasser in den Ständer eingefüllt hatten, dauerte es keine zwei Minuten und Buddy ist unter den Tannenbaum gekrochen und hat das ganze Wasser aus dem Ständer getrunken. Restlos, bis der Ständer komplett leer war. Es brachte auch nichts, den Ständer anschließend sofort wieder zu füllen, in der Hoffnung, dass unser Hund irgendwann einfach nichts mehr trinken kann, nein, das Spiel wiederholte sich immer wieder. Am Ende habe ich es aufgegeben, dem Baum Wasser zu geben, mit dem Erfolg, dass eben letztes Jahr unser Weihnachtsbaum sehr schnell vertrocknet war.

Nicht nur auf unseren Weihnachtsbaum war er im Winter eifersüchtig, nein, auch auf die Vögel in unserem Garten. Denen hatte ich ein paar Meisenknödel in die Hecke gehangen.  Sie können sich gar nicht vorstellen, wie hoch so ein Hund springen kann, wenn er etwas haben will und wie ausdauernd er die Meisenknödel anbellen konnte.  Erst als alle Meisenknödel in Buddys Magen verschwunden waren, hat er Ruhe gegeben.

Der Wachhund

Nachdem mein bester Ehemann der Welt mich immer rügt, wenn ich schlecht von unserem Hund rede, muss ich Ihnen jetzt vielleicht noch etwas Positives über ihn erzählen.

Seitdem wir unseren Buddy haben, wissen wir immer sofort, wenn sich irgendjemand (oder auch irgendetwas) unserem Grundstück nähert. Er schlägt gewissenhaft an. In diesem Punkt kann man sich wirklich auf ihn verlassen und das gibt einem schon ein gutes Sicherheitsgefühl. Nun gut,  es kann durchaus auch vorkommen, dass er sein eigenes Spiegelbild abends in der Terrassentüre sieht und dann völlig ausflippt, weil dieser aus seiner Sicht „fremde Hund“ dort dann nicht verschwindet.

Ich werde Sie natürlich weiterhin auf dem Laufenden halten, wie es mit unserem Leben „mit Buddy“  weiter geht. (Ja, mittlerweile rede ich von unserem Leben „vor Buddy“ und „mit Buddy“.) Sie dürfen gespannt sein, ich bin es auch…

 

Und wie beim letzten Beitrag dienen die Fotos als Beispiel und sind von Marion Flemming Fotografie aus Hamburg. Vielen Dank hierfür!